Am Abend mancher Tage…

…hört man mal Dieses, mal Jenes und manchmal Solches in den Strassen. Ob sinnfreie Alltagshektik mit Pendelkoeffizient, die unerträglichen Ströme des Tourismusgeschäftes oder dem Geschrei irgendwelcher Randgruppen, dies macht nur Eines, krank!

Besonders pikant sind derweil die Auswirkungen, die man da so erlebt. Im schönen Warnemünde flanierten bei feinstem Kaiserwetter die verarmten Neu-Reichen. Man muss wissen, dass die Schaufenster zwar weitestgehend den traditionellen Inhalt offerieren, doch gegenwärtig ist auch für Superreiche sonntags „geschlossen“. Dazu eine Verdichtung durch Gewohnheitstouristen, die auf der Promenade keinen einzigen Stand, kein Büdchen, ja gar nichts vorfanden, womit man hätte sich nach Marshall’s These befriedigen können. Kaum war die Verdichtung auf einen Wohlfühlradius von weniger als zwei Meter fünfzig, stieg die bereits grundgereifte Frustration in Aggression.

Im einst schönen Rostock steht die Welt wohl auf dem Kopf. Bob der Baumeister, so weit das Auge reicht. Dies mutet umso seltsamer an, wo die Bundesvolkskammer doch neuerlich vom grossen Aussterben schwärmt, damit es schneller geht, bekommt Jeder ein Impfangebot, um sich abspritzen lassen zu können. Hat wohl eher was mit dem günstigen Abruf bereits durchgewunkener Fördermittel zu tun, denn mit Sinn und Verstand.

Etwas skurril, welch Szenerie sich bietet. Montags, die etwas Älteren unter Euch erinnern sich möglicherweise noch partiell daran, findet allwöchentlich so eine Art wirtschaftspolitischer Aschermittwoch der Querpfeiffer statt. Immer mit dabei die berühmten drei Affen einer anders gestörten Randgruppe.

Nun, da wir den schönen Abend musikalisch geniessen wollten, fiel unsere Wahl auf das Blücher-Denkmal. Der obligatorische Mannschaftswagen fährt auf seinen Posten, um nach Kurzschlusspatienten Ausschau zu halten. Es ist sehr bezeichnend, dass die finanziell Motivierten unter den Querpfeiffern besonders laut schreien. Um es einmal ganz deutlich zu sagen: Geschrei macht weder Falsches, noch gefährliche Halbwahrheiten richtiger. Die Schlauspieler der Tagespolitik bemerken in ihrer Eile oft gar nicht, mit welchen Additiven sie sich heimlich erfrischen.

Sehr erbaulich, dass die sonst übliche Live-Übertragung diesmal nicht stattfand. Mit dem Soundcheck dauerte es nur ein paar Minuten, dann zog sich der Mannschaftswagen zurück. Ein kleiner Auszug dieses musikalischen Liederspaziergangs „out of the norm“ sei Euch gegönnt. Auf diesem Wege noch einmal dezidiert: „Danke, dafür dass Ihr den Spass mitgemacht habt!“

Gewöhnlich wird ja auf „perfekten“ Instrumenten gespielt. Bei historischen Instrumenten ist das so eine Sache. Die beste Art den Zustand festzustellen ist ein solcher Moment. Gebrauchte Schätzchen wollen mit Liebe entdeckt und befreit werden. Eigenheiten und Fehler haben ihren sehr eigenen Reiz, erzählen sie doch immer auch vom Weg des Instruments. Bis dies Alfa wieder umfänglich „klingt“ ist noch einige Fleissarbeit erforderlich.

Danke auch an einen meiner schönsten Fehler…

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